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Unser Sorgenkind


Lilly wurde als Kitten von einigen Krankheiten begleitet.

Ohrmilben, Mittelohrentzündung und eine schwere Atemwegserkrankung


Lästige Ohrmilben und hohes Fieber

Lilly kam ursprünglich aus einem privaten Haushalt. Ihre Maincoon Mutter streifte unkastriert durch die Gärten und wurde schließlich von einem Siamkater gedeckt. Die Langhaarkitten wurden schnell vermittelt, Lilly blieb übrig. Snowie brauchte eine Gefährtin, so nahmen wir die vierzehn Wochen junge Lilly bei uns auf.

 

Kaum hatte Lilly den Kennel verlassen, stromerte sie auch schon durch die gesamte Wohnung. Sie entdeckte die Katzentoilette und hinterließ darin ihr erstes Geschäft. Für Snowie, die mit buschigem Schwanz und Buckel ihren Sidewalk durchführte, interessierte sie sich nicht. Wie groß sich die Kleine auch machte, Lilly ließ sich davon nicht beeindrucken.

 

Eine Woche nach ihrem Einzug kratzte sich Lilly plötzlich ständig an den Ohren. Da sie zur Grunduntersuchung musste, sprach ich meine Beobachtung bei der Tierärztin an. Milben!!! Erst die Spülwürmer von Snowie, dann Lilly mit Ohrmilben. Die Ärztin spülte ihre Ohren gründlich aus, träufelte ihr eine Wurmkur in den Nacken und gab mir Ohrentropfen mit. Ihr Gehörgang war schon leicht entzündet. Da die Wurmkur bei Snowie problemlos verlief, war ich bei Lilly sehr optimistisch.

 

Am Abend sollte ich ihr die Ohrentropfen verabreichen. Der Versuch entpuppte sich zu einem Drama. Lilly wehrte sich mit erstaunlicher Kraft. Schon als Kitten hatte sie kräftige Pfoten mit messerscharfen Krallen. Da ich sie nicht traumatisieren wollte, ließ ich sie erstmal in Ruhe. Mit viel Geduld, ein bisschen Hühnerfleisch und Unterstützung schaffte ich die Aufgabe. An den folgenden Tagen verlief die Medikamentengabe entspannter. Sie war die Milben schnell wieder los und die Ohren heilten ab.

 

Doch das war leider nicht das Ende vom Lied. Am 29. Januar musste ich wieder mit der Großen zum Tierarzt. Am Morgen war sie noch topfit, am Nachmittag fraß sie nicht mehr und wirkte sehr apathisch. In der Praxis wurde sofort Fieber gemessen. Die Temperatur betrug 40,2 Grad. Die Ärztin sprach plötzlich von drei verschiedenen Krankheiten, die sie in Verdacht hatte, die mir durch meine ehremamtliche Arbeit im Tierheim (Schleswig Holstein) schon bekannt waren.

 

Leukose (FeLV), Felines Immundefizienz-Virus (FIV) und Feline Infektiöse Peritonitis (FIP).

 

Sie spritzte Lilly ein fiebersenkendes Mittel. Sollte das Fieber nicht sinken, sei für sie der Verdacht bestätigt, dass es sich um eine der Erkrankungen handele. Zusätzlich gab sie mir ein Antibiotikum mit. Mein Tag war natürlich im Eimer. Ich hatte noch daran zu knabbern, dass ich meine alte Katzenlady "Torres" über die Regenbogenbrücke gehen lassen musste. Sollte nun auch Lilly dieses Schicksal ereilen?

 

Das Fieber sank, kehrte aber schnell wieder zurück. Die Praxis hatte schon geschlossen, also fuhr ich mit ihr in die Tierklinik Biesdorf. Die Temperatur war inzwischen auf 40,8 Grad gestiegen. Lilly wurde geröngt. Die Tierärztin erklärte mir, dass ihre Lunge vergrößert sei, es befände sich aber keine Flüssigkeit darin. Auch sie schloss es nicht aus, dass es sich dabei um Leukose, FIV oder FiP handeln könnte. Lilly bekam wieder fiebersenkendes Mittel gespritzt und einen Termin für den Folgetag zur Blutabnahme.

Katzenmädel Lilly nach dem Besuch in der Tierklinik
Nach dem Besuch in der Tierklinik suchte Lilly zum Schlafen den Körperkontakt.

Das Ergebnis der Blutuntersuchung

Lilly war sehr tapfer bei der Blutabnahme. Ihr Blut wurde auf FeLV und FIV getestet. Gleichzeitig sollte kontrolliert werden, ob Coronavieren in ihrem Körper wüten. Völlig aufgelöst verließ ich mit der kleinen "Großen" die Klinik. Sie bekam ein anderes Antibiotika und eine weitere Spritze, um das Fieber zu senken.

 

Zwei Tage nach der Blutuntersuchung fraß Lilly wieder mit Appetit und nahm aufmerksam am Alltagsgeschehen teil. Bei der Nachkontrolle hatte sie an Gewicht zugenommen. Die Ärztin war, wie auch ich, sehr glücklich darüber. Die Ergebnisse der Blutuntersuchung ergaben: FIV und FeLV negativ. Lilly hatte allerdings Antikörper gegen Coronaviren. Ich wurde gleich beruhigt, denn das bedeute nicht gleich, dass der Virus mutiert sei. Es sprachen zwar noch andere Werte für FIP, aber die könnten auch von einer Entzündung kommen. Ich musste Lilly noch 5 Tage das Antibiotikum geben.

 

Das Fieber verschwand vollständig und Lilly entpuppte sich zu einer verspielten Katze. Plötzlich zeigte sie auch Interesse an Snowie unt tobte mit ihr durch die Wohnung. Ich verspürte große Freude, den beiden beim Spielen zuzusehen. Als die beiden im Mai kastriert wurden, ließ ich die Werte noch einmal kontrollieren. Alles war wieder im grünen Bereich.

 

Mein Dank geht an die Tierklinik Biesdorf, durch deren gründliche Untersuchung und Behandlung, Lilly weiterleben durfte.